Imbolc

Das erste Jahreskreisfest in unserem *Kalender* steht an. Ich setze das Wort *Kalender* hier in Sternchen, da ich vom normalen Kalender ausgehe, in dem das Jahr am 01. Januar beginnt und am 31. Dezember endet. Das Hexenjahr wird anders gezählt, aber das würde hier etwas zu weit führen.

Am 1./2. Februar feiern die Hexen Imbolc. Auch manchmal „Brigids Tag“ genannt, nach der keltischen Göttin Brigid (es gibt auch eine Heilige Brigid, da sie wegen ihrer großen Beliebtheit im Volk von der Kirche „übernommen“ wurde).

Imbolc war traditionell der Punkt, der genau zwischen Yule und der Frühlings-Tagundnachtgleiche (21. März) lag. Der Winter war somit zur Hälfte um und auch die ersten Frühlingsboten ließen sich in der Natur erahnen. So gaben die ersten Schafe wieder Milch, da nun die Lämmchen geboren wurden.

Imbolc war früher ein wichtiger Tag im Kalender. Die Menschen, die den ganzen Winter über ihre Nahrung rationiert haben, konnten sich endlich auf wärmere Zeiten und frisches Essen freuen. Oft war der Winter auch eine Zeit, in der nicht viel passierte. Die Natur war zu unwirtlich, als dass man etwas anpflanzen oder die Tiere nach draußen lassen konnte. Doch um Imbolc herum zeigte die Natur den Menschen, dass sich das Jahresrad langsam weiterdreht und bald die ersten Pflanzen gesät werden können.

In unserer heutigen Zeit ist Imbolc eigentlich gar nicht mehr so wichtig. Wir können im Winter in den Supermarkt gehen, wir haben es eh warm zu Hause und brauchen auch keine Rinder mehr in die Wohnung holen.

Eigentlich… Ja, eigentlich… Denn, wenn ich mir unsere derzeitige Situation angucke, mit Lockdown und Homeoffice, dann hat Imbolc wohl doch etwas mehr mit uns zu tun. Viele von uns sind vielleicht schon seit Monaten zu Hause und haben seit Weihnachten niemanden außerhalb der einen gestatteten Kontaktperson mehr gesehen. Wir sind, wie unsere Vorfahren, in unseren eigenen vier Wänden gefangen und hoffen darauf, dass das Wetter bald besser wird und wir uns wenigstens draußen mit anderen treffen können.

Auf unseren wenigen Spaziergängen mit Mindestabstand sehen wir hier und da schon die kleinen grünen Stellen im Matsch. Da, wo sich Krokusse und Schneeglöckchen scheu aus dem Boden hervortrauen. Manchmal riecht es schon ein wenig nach Frühling und irgendwie ist die Sonne auch schon etwas wärmer als vorher.

Vielleicht fühlen wir auch ein wohliges Kribbeln, dass einen kleinen Neuanfang versprechen lässt. Dieser Gedanke im Hinterkopf, dass es besser wird, weil es besser werden kann, wächst.

Imbolc ist der Sabbat der Neuanfänge und Veränderungen. Nicht umsonst fängt jetzt die Zeit des „Frühjahrsputz“ an. Raus mit dem Alten, rein mit dem Neuen. Man schmiedet Pläne (okay, vielleicht nicht zu ambitionierte in diesem Jahr… Aber man darf ja noch mal träumen), entwickelt neue Ideen, beginnt neue Projekte.

Deshalb werde ich dieses Jahr auch ein paar neue Samen säen. Und mit ihnen ein paar Träume und Projekte „pflanzen“. Als kleines Ritual. Und, was machst du an Imbolc?

(Natürlich ich dies nur eine kurze Beschreibung des Sabbats. Ich beanspruche keine Vollständigkeit für mein Blogbeitrag. Wenn euch die Sabbate interessieren und ihr Lust habt mehr darüber zu lesen, dann kann ich euch die Bücher von Llewellyn zu den einzelnen Sabbaten empfehlen (keine Werbung! Ich habe sie mir selbst gekauft!). Leider sind sie auf Englisch. Wenn ihr gute Bücher auf Deutsch habt, dann schreibt mir doch mal kleinstadthexe@gmx.de )

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